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Warum gute Geschichten Tiefe brauchen

  • j.tews
  • 26. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Manchmal liest man einen Text, der handwerklich sauber ist. Und trotzdem bleibt nichts zurück. Er hat einen emotional nicht berührt. Es ist kein Nachhall entstanden und kein Gedanke, der einen noch begleitet, wenn man das Buch geschlossen hat.


Und dann gibt es diese anderen Texte. Die vielleicht nicht perfekt sind, Ecken und Kanten haben und Fehler. Aber die etwas in einem berühren, ganz leise, fast unmerklich und doch nachhaltig.


Der Unterschied liegt selten in der Wortwahl allein. Ein Text kann noch so gut geschrieben sein und einen dennoch nicht abholen. Gute Geschichten brauchen mehr als schöne Worte. Sie brauchen Tiefe.


Geschichten brauchen Tiefe
Geschichten brauchen Tiefe

Schreiben beginnt unter der Oberfläche


Was mich am Schreiben – und am Lektorien – schon immer fasziniert hat, ist das, was zwischen den Zeilen geschieht. Das Ungesagte. Die Spannung, die nicht erklärt wird und die Emotion, die nicht benannt werden muss, weil sie spürbar ist.


Texte werden nicht dadurch lebendig, dass sie besonders ausgeschmückt sind. Sondern weil sie etwas riskieren. Vielleicht eine ehrliche Figur. Einen inneren Konflikt. Oder eine Frage, auf die es keine einfache Antwort gibt.


Oft liegt der Impuls darin, den Text noch weiter auszubauen. Ihn zu verdichten, mehr zu erklären und sich so abzusichern. Doch Tiefe entsteht zwischen den Worten.



Wenn Technik nicht reicht


Natürlich ist Handwerk wichtig. Struktur, Stil, Perspektive, Rhythmus – all das trägt eine Geschichte. Aber Technik allein erschafft noch keinen Text, der nachwirkt.


Ich habe im Laufe der Jahre viele Texte gelesen, begleitet, überarbeitet und selbst geschrieben. Und dabei immer wieder festgestellt: Die entscheidenden Stellen sind selten die offensichtlichen oder besonders schön ausformulierten. Es sind die Momente, in denen eine Figur zögert. In denen ein Satz abbricht. Oder in denen etwas nicht ausgesprochen wird, obwohl es alles verändern würde. Genau dort entscheidet sich, ob eine Geschichte nur „erzählt“ wird, oder ob sie etwas in uns bewegt.


Vielleicht ist genau das der Grund, warum Schreiben sich manchmal so verletzlich anfühlt. Warum Überarbeiten Angst machen kann. Und warum Kritik am eigenen Text uns so tief trifft. Weil wir nicht nur an Worten arbeiten, sondern an etwas, das für uns und den Leser:in Bedeutung hat.


Tiefe im Lektorat
Technik reicht nicht aus

Warum ich an Tiefe glaube


Ich glaube an Texte, die nicht alles erklären. An Figuren, die nicht perfekt sind. Und an Geschichten, die uns Raum für eigene Gedanken und eigene Gefühle lassen.


Vielleicht, weil genau solche Texte mich selbst geprägt haben. Und weil ich weiß, wie viel Mut es braucht, sie zu schreiben. Eine Geschichte muss nicht „laut“ sein, um stark zu wirken.


Am Ende ist die Arbeit an einer Geschichte für mich immer eine Einladung hinzuschauen, statt darüber hinwegzugehen und Nachspüren statt zu glätten. Denn schöne Worte können beeindrucken. Aber ehrliche Geschichten bleiben für immer.



Vielleicht arbeitest du selbst grade an der Tiefe deiner Geschichte und spürst, dass sie noch Raum braucht.

Informationen zu meiner Arbeit als Lektorin & Schreibcoach findest du auf meiner Website.


Schön, dass du hier warst.

Jana



 
 
 

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Hi, danke fürs Vorbeischauen!

Hier findest du Gedanken übers Schreiben und Einblicke in meine Arbeit als Autorin, Lektorin und Schreibcoach.

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